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Liebe Pfarrgemeinde!

Wir haben heuer wieder die große Freude, dass 5 junge Mitbrüder die heilige Weihe zum Priestertum empfangen werden. Am Sonntag, 19. Juni 2011, findet um 16 Uhr in der Stiftskirche die Priesterweihe von P. Bacc. Edmund Thomas Waldstein OCist, P. Mag. Damian Jakob Lienhart OCist, P. Mag. Vinzenz Anselm Kleinelanghorst OCist und P. Dr. Lic. Justinus Christoph Pech OCist durch S. Eminenz Christoph Kardinal Schönborn statt. Einlass ab 15.15 Uhr. Als fünfter Heiligenkreuzer Mitbruder wird P. Mag. Placidus Beilicke OCist am 17. Juli in Stiepel die Priesterweihe durch Bischof Franz-Joseph Overbeck empfangen.

Das Weihepriestertum wurde zuerst von Gott durch Mose Aaron und seinen Nachkommen gegeben, wobei nur der Hohepriester eine spezielle Weihe durch Salböl gespendet bekam. Jesus wurde mit dem Titel Christus als der von Gott erwarteter Messias als der Gesalbte bezeichnet. Im Neuen Bund bekennt sich die katholische Kirche nur mehr zu einem Hohepriester: Jesus Christus. Er hat als Gottes Sohn beim letzten Abendmahl die Zwölf Apostel zu Priestern geweiht. Diese haben wieder die Bischöfe als ihre Nachfolger zu Priestern geweiht und die Bischöfe haben als Stellvertreter vor Ort die Priester geweiht. Somit gibt es nur einen Hohepriester, Jesus Christus. Die Bischöfe sind Stellvertreter Christi für den Bereich ihrer Diözese und die Priester Stellvertreter der Bischöfe für ihre Gemeinde. Der Papst als Bischof von Rom nimmt eine Sonderstellung ein: Er ist gleichzeitig der Bischof von Rom, der Patriarch des Abendlandes und Stellvertreter Christi für die ganze Erde.

Die Priesterweihe wird auch heute noch mit einer Salbung gespendet: Der Bischof, der die Männer zu Priestern weiht, spricht ein Weihegebet, anschließend werden den Neupriestern die Hände mit Chrisam gesalbt, durch Handauflegung um die Gabe des Heiligen Geistes gebetet und ihnen die liturgischen Gewänder angezogen. Dabei legt nicht nur der Bischof die Hände auf, sondern auch alle anwesenden Priester (bei meiner Weihe waren es fast 70!). Es werden den Priestern auch Kelch und Patene als Zeichen ihres besonderen Dienstes für die Kirche überreicht: Sie sollen das Heilige Messopfer darbringen und das Volk Gottes entsündigen (durch Taufe, Beichte und Krankensalbung). Bei der Eheschließung stehen sie der Zeremonie vor und bestätigen im Namen der Kirche den Ehebund, den die Brautleute geschlossen haben. Die Spendung der Firmung und des Weihesakramentes ist in der römisch katholischen Kirche dem Bischof vorbehalten, doch darf der Priester mit einer Beauftragung durch den Bischof stellvertretend für den Bischof sogar die Firmung spenden. Das Weihesakrament kann nur der Bischof spenden.

Dabei kommt die Aufgabe des Priesters als Mittler zwischen Gott und den Menschen zum Ausdruck: Einerseits tritt er für die Menschen bei Gott ein und versöhnt sie wieder mit Gott, andererseits tritt er bei den Menschen für Gott ein und lehrt sie die Gebote und den Willen Gottes zu befolgen, er verkündigt das Evangeliums und lehrt den katholischen Glauben. Dieses Eintreten sollte im Idealfall mit der ganzen Existenz des Priesters erfolgen: Wenn er für Gott bei den Menschen eintritt bis zum Martyrium, wenn er für die Menschen bei Gott eintritt bis zur Selbstaufopferung. Deshalb mahnt der Bischof: „Erkennt, was ihr tut! Ahmt nach, was ihr verrichtet!“

Dadurch, dass er Jesus Christus vertritt, kann er die Gemeinde leiten und in persona christi capitis handeln, das heißt, dass er in der Gewalt des Hauptes der Kirche, also in der Gewalt Jesu Christi selbst handelt, vor allem bei der Spendung der Sakramente. Die amtlichen Pflichten des Priesters sind daher zusammengefasst in fünf markanten Worten: „Der Priester muss opfern, weihen, vorstehen, predigen und taufen.“

Die Priesterweihe hat aber auch Ähnlichkeiten mit dem Ehesakrament. Der Priester heiratet in einer mystischen Art und Weise die Kirche, welche der mystische Leib Jesu Christi ist. So kann jeder geweihte Priester von sich sagen, dass er mit Christus verheiratet ist. Daraus ergibt sich die Spiritualität des Zölibates: Der geweihte Priester ahmt die Lebensform nach, welche Jesus Christus selbst vorgelebt hat und verspricht in Freiheit die Treue zu Gott und der seiner Kirche in der Keuschheit und Ehelosigkeit. In der Erfüllung seines Versprechens im konkreten täglichen Leben erweist sich seine Liebe zu Gott und der Kirche.

So bitte ich Euch um das Gebet für die Mitbrüder, welche ihrer Berufung gefolgt sind und die Verantwortung des Priestertums auf sich nehmen wollen und versichere Euch auch unser Gebet.

Gott segne Euch

Euer Moderator P. Pio
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P. Pio - Moderator der Pfarre Heiligenkreuz


Pfarrbrief Juni 2011