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Die Eucharistiefeier ist unersetzlich

Seit zwei Jahrtausenden ist die Versammlung der Jünger Jesu am Sonntag mit der Verkündigung des Evangeliums und der Feier der Eucharistie ein zentrales Element der Gemeinschaft der Kirche. „In der Liturgie, besonders im heiligen Opfer der Eucharistie, vollzieht sich das Werk unserer Erlösung“, heißt es in der Konstitution über die heilige Liturgie des 2. Vatikanischen Konzils (SC 2).

Und weiter erklärt das Konzil: „Aus apostolischer Überlieferung, die ihren Ursprung auf den Auferstehungstag Christi zurückführt, feiert die Kirche Christi das Pascha-Mysterium jeweils am achten Tage, der deshalb mit Recht Tag des Herrn oder Herrentag genannt wird. An diesem Tag müssen (!!, Anm.) die Christgläubigen zusammenkommen, um das Wort Gottes zu hören, an der Eucharistiefeier teilzunehmen und so des Leidens, der Auferstehung und der Herrlichkeit des Herrn Jesus zu gedenken und Gott dankzusagen, der sie ‘wiedergeboren hat zu lebendiger Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten’ (1 Petr 1,3).“ (SC 106)

Auf diese Weise wird die Teilnahme an der Eucharistie sowohl für den einzelnen Christen als auch für die ganze Kirche zur Quelle und zum Höhepunkt des christlichen Lebens (Lumen Gentium 11): Zur Quelle der Liebe Gottes, aus der wir die Kraft schöpfen, unsere Nächsten zu lieben. Zum Höhepunkt der Begegnung mit Gott, indem wir an seinem Tisch bruchstückhaft erleben dürfen, was Gott denen bereitet, die ihn lieben (vgl. 1Kor 2,9).

Für die Kirche sei es von ihrem Wesen her unentbehrlich, am ersten Tag der Woche, am Sonntag, Eucharistie zu feiern, schreibt Bischof Klaus Küng in seinem Hirtenwort zur Eucharistie (März 2014). Dies hänge hängt mit der Auferstehung zusammen und der tiefsten Glaubenserfahrung der kirchlichen Gemeinschaft von ihren Anfängen an bis auf den heutigen Tag: „Dieser Jesus, der sein Leben hingegeben hat, lebt und ist seinen Jüngern erschienen. Das geschieht heute in der Feier der Eucharistie: Indem er uns Brot und Wein reicht, gibt er sein Leben für uns hin – auch für uns bis in den Tod. Und er erscheint uns als Auferstandener und feiert Kommunion mit uns. Dadurch schenkt er uns Anteil an seinem Leben und verbindet uns untereinander. In dieser Gemeinschaft mit ihm und untereinander ruft er uns zur Nachfolge, er stärkt uns und beruft uns, Anteil zu nehmen an seinem Opfer.“ In diesem Zusammenhang sagt uns das 2. Vatikanische Konzil: „Wenn der Bund Gottes mit den Menschen in der Feier der Eucharistie neu bekräftigt wird, werden die Gläubigen von der drängenden Liebe Christi angezogen und entzündet.“ (SC 10)

Deswegen sei darauf hinzuarbeiten, dass der Sinn für die Pfarrgemeinschaft vor allem in der gemeinsamen Feier der Sonntagsmesse wachse (SC 42). Denn die christliche Gemeinde werde nur aufgebaut, wenn sie „Wurzel und Angelpunkt in der Feier der Eucharistie hat; von ihr muss darum alle Erziehung zum Geist der Gemeinschaft ihren Anfang nehmen“ (Presbyterorum ordinis 6). „Die Zusammenkunft zur Feier der Eucharistie, der der Priester vorsteht, ist also die Mitte der Gemeinschaft der Gläubigen.“ (PO 5)

Um möglichst allen Gläubigen die Teilnahme an einer Eucharistiefeier am Sonntag zu ermöglichen, hat Kaiser Joseph II. die bis heute bestehende engmaschige Pfarrstruktur geschaffen. Niemand sollte länger als eine Stunde zu Fuß zur nächsten Pfarrkirche gehen müssen. Heute ist es durch die hohe Mobilität den meisten Menschen möglich, innerhalb eines Viertels dieser Zeit zur nächsten Sonntagsmesse in einem Nachbarort zu gelangen. Wenn wir viele Kilometer zum Shopping fahren, sollte uns die sonntägliche Eucharistiefeier nicht mehr wert sein?

Diakon Markus Michael Riccabona