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Die Fastenzeit: ein Weg durch die Wüste

Liebe Pfarrgemeinde!
Die Fastenzeit ist Vorbereitungszeit auf Ostern, das höchste Fest des Jahres. 40 Tage lang sollen sich die Gläubigen auf das Fest der Auferstehung Jesu Christi vorbereiten. Die Fastenzeit ist für uns Zeit der Erneuerung und Befreiung. Wir sollen uns in dieser Zeit auf das Wesentliche besinnen. Um sich auf das Wesentliche besinnen zu können, braucht man geistliche Freiheit.
Wenn wir ehrlich sind, stellen wir fest, wie unfrei wir im Leben sind, in der Familie, als Alleinlebender, im Beruf, im alltäglichen Miteinander, im geistlichen Leben. Oft haben wir uns an unsere Unfreiheit und selbst gewählte Gefangenschaft gewöhnt. Wir finden uns ab mit unseren Abhängigkeiten, Süchten, Begierden. Doch immer bleibt die Sehnsucht nach der Freiheit im Herzen wach, die Sehnsucht nach Befreiung von allem, was mich bedrängt, von dem ich mich selbst nicht oder nicht mehr befreien kann.
Die Fastenzeit bietet die Möglichkeit des Neuanfangs, der Umkehr, der Freiheitssuche. Keiner von uns kann sich diese Freiheit selbst schenken. Für uns Gläubige ist sie ein Geschenk Gottes. Nichts anderes will Gott als daß ich frei werde, so frei, daß ich mich ganz meinem Ursprung und meinem Ziel zuwenden kann. Gott wartet mit nie endender Geduld jeden Tag auf jeden Menschen.  Wenden wir uns IHM zu im Gebet und in der Stille, in der heiligen Messe und in der heiligen Beichte, in der Familie und bei der Arbeit , in der Begegnung mit dem Nächsten, in der Begegnung mit dem, der meiner Hilfe bedarf.
Jesus selbst war 40 Tage lang in der Wüste. Wenn wir den Mut aufbringen mit Jesus 40 Tage in die Wüste des eigenen Lebens zu gehen, dann dürfen wir gewiss sein, daß wir an Ostern mit großer Freude, in großer Freiheit aus den Quellen des Heils trinken werden. Stärken wir einander im Gebet und in der Begegnung.
P. Simeon