shutterstock_13468741

Faschingszeit – Karneval

Der Ostertermin richtet sich in der Kirche des Westens nach einer kosmologischen Gegebenheit. Ostern ist immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Danach richten sich dann auch die anderen Feste. Heuer ist Ostern und daher auch der Fasching sehr früh.
Ich erinnere mich noch immer, innerlich lachend, an den Wirt in meiner Heimat, der sich einmal darüber beschwerte, das die Faschingszeit- im Rheinland „Karneval“- heuer viel zu kurz sei.

Fasching oder Karneval gibt es vorwiegend in katholischen Gegenden: in Rio de Janeiro, in Venedig, in Rom, in Köln, in Wien usw. Die Art und Weise zu feiern ist sehr unterschiedlich, entsprechend der Mentalität der Menschen. Grund für das Feiern ist aber überall der Gleiche: Vor der anstrengenden Fastenzeit möchte man noch einmal ausgelassen sein, so richtig „auf die Pauke hauen“, gut essen, gut trinken, Witze machen und sich maskieren. All das ist sehr menschlich, es soll uns zum Wesentlichen führen.

Viele Menschen haben die Sehnsucht eine Maske aufzusetzen, ein Anderer zu sein, sich hinter einer Maske zu verstecken. Die Realität, der Alltag, in dem wir leben ist oft so anstrengend, immer dieselben Gesichter, immer dasselbe Theater. Da tut es gut, einmal auszubrechen, unerkannt zu sein und über sich selbst und die anderen Masken zu lachen.
Bei unserem Pfarrball im letzten Jahr gab es ganz tolle Kostüme, man konnte wirklich nicht erahnen, wer darin oder dahinter steckt. Irgendwann am Abend wird dann alles aufgedeckt, einmal weil es auf Dauer zu heiß ist, und dann will man ja doch wissen, wer in diesem oder jenem Kostüm steckt. Viel Freude und Spaß gibt es dabei auf jeden Fall, mit und ohne Maske.

Allen wünsche ich viel Freude im Fasching, im Rheinland sagt man: Spaß an der Freud`. Es ist gut, wenn wir von Herzen lachen können und uns freuen. Freilich, am größten wird die Freude dann, wenn alle Maskerade fällt, wenn wir so dastehen wie wir sind, vor uns selbst, vor den Menschen und vor Gott. Das ist dann das Thema der Fastenzeit.

Gottes Segen und alles Gute,
P. Simeon

(Foto: www.shutterstock.com)