Salbungsstein

Fastenzeit: Vorbereitung auf Ostern

Die Fastenzeit dauert 40 Tage, entsprechend der Zeit, die Jesus selbst in der Wüste verbracht hat, um sich auf sein Wirken in der Welt vorzubereiten. 40 ist immer die Zahl, die das Maß alles Irdischen bezeichnet.

Für uns ist die Fastenzeit eine Zeit der Besinnung zunächst auf das, was der Mensch von Natur aus ist: “Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ hören wir bei dem Empfang des Aschenkreuzes.

Die Fastenzeit ist aber vor allem Vorbereitung auf Ostern. Der ganze Sinn und die Erfüllung unseres Lebens erschließt sich aus dem Glauben an die Auferstehung. Das Besondere des christlichen Glaubens ist, dass wir mit Leib und Seele auferstehen.

Das ist für jeden Gläubigen ein Herausforderung, denn keiner kann sich das vorstellen: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Sinn gedrungen ist, das  Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben:“

Im Glauben an das Geheimnis der Auferstehung, unserer Auferstehung, sind wir herausgefordert, das Sichtbare und Hörbare, das den Sinnen und dem Verstand Zugängliche anzunehmen und in die Liebe zu übersteigen. Es geht im Glauben nie darum das rational Erfassbare zu ignorieren, sondern darum, es in die Liebe hinein zu erhöhen.

Was Auferstehung bedeutet, erahnen wir einzig in der Liebe, denn „die Liebe glaubt alles, hofft alles, hält allem Stand“, vor allem aber: „die Liebe hört niemals auf“.

Wenn wir uns in der Fastenzeit 40 Tage nehmen, um das Maß des Irdischen zu erfassen, dann tun wir das nicht, um an eine unübersteig-bare Grenze zu gelangen, die uns in den Staub zurückkehren und untergehen lässt. Wir tun es allein darum, in der Liebe zu Gott und zum Nächsten die unerträgliche Grenze des Todes zu überwinden.

In der Fastenzeit sollten wir alle zu Grenzgängern werden, die sich darauf vorbereiten, hinüber zugehen und aus dem Glauben und der Wirklichkeit der Auferstehung neu zu leben.

Allen von Herzen eine gesegnete Zeit
P. Simeon