Beichtstuhl in einer Kirche

Frei werden für Gott

Liebe Pfarrgemeinde!

In den ersten Wochen der Fastenzeit haben wir versucht uns ein wenig von unseren selbstangelegten Fesseln zu befreien. Fasten soll uns ja frei machen. Frei für Gott, frei für den Nächsten, frei für mich selbst. Immer ist die Freiheit und die Freude das Ziel geistlicher Übungen.

Ein weiteres Hilfsmittel zur Befreiung ist das Sakrament der Versöhnung, die heilige Beichte.Viele Christen haben keinen Zugang mehr zu diesem Sakrament. Es ist zu weit weg. Vielleicht haben sie schlechte Erfahrungen dabei gemacht, sind nicht richtig verstanden oder sogar verurteilt und bestraft worden. Wenn man in der Beichte enttäuscht wurde, ist es nicht leicht den Weg dorthin zurück zu finden. Ich möchte aber alle ermutigen, besonders die, die schon lange nicht mehr beichten waren, den Schritt zu wagen.

Es ist auch hier CHRISTUS, der mit nie endender Geduld auf jeden von uns wartet. Wie sehr werden wir im Glauben gestärkt, wenn wir auf die Vergebung der Sünden vertrauen. Wie sehr benötigen wir dieses „verlorene“ Sakrament, um wieder das rechte Verhältnis zu Gott, zum Nächsten und zu uns selbst zu haben. Wie schön ist es, die Last der Sünde, das oft über Jahre Bedrückende in meiner Seele dem HERRN zu übergeben. In diesem Punkt können wir von der Jugend lernen. Sowohl bei den Weltjugendtagen als auch bei unserer monatlichen Jugendvigil wird das Sakrament der Versöhnung wirklich als Fest gefeiert.

Ganz herzlich möchte ich alle zu den Feiern der Heiligen Woche und des Triduum Paschale einladen. Es ist der Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres. Ein sehr eindringliches Zeichen bei diesen Feiern ist die Fußwaschung am Gründonnerstag. Die Zisterzienser begehen das in einer eigenen liturgischen Feier am Morgen. Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße. ER gibt uns damit ein Beispiel, wie wir miteinander umgehen sollen. Einander die Füße waschen ist nicht leicht. Das kann manchmal sogar sehr unangenehm sein, weil Füße häufig stinken. Jesus wäscht mir immer wieder die Füße, vielleicht hilft er mir, wenn ich es einmal bei meinem Nächsten versuche.

Seit einigen Wochen bereiten sich unsere Kommunionkinder und Firmlinge auf den Sakramentenempfang vor. Schließen wir sie und ihre Familien als Pfarrgemeinde mit in unsere täglichen Gebete ein.
Allen wünsche ich noch ein gesegnete Fastenzeit und frohe Ostern,
Ihr P. Simeon