shutterstock_1861434

Glaube dem, der es erfahren hat!

Der Herbst ist in der Natur die Zeit der Reife und der Fülle. Der Tag, an dem ich diese Zeilen schreibe, ist der Erntedanktag unserer Pfarre. Wir durften heuer ein sehr schönes Erntedankfest bei strahlendem Wetter feiern. Viele haben wieder mitgeholfen, unsere Musikkapelle, die Männer der KMB und natürlich wie jedes Jahr Herr Robert Tomaschko, der mit viel Liebe und Können die Erntekrone gestaltet hat. Es war ein „goldener“ Herbsttag und es ist schön, wenn wir uns für die Gaben, der Natur bedanken, denn sie sind immer ein Hinweis auf die Güte des Schöpfers, auf Gott.

Die Jahreszeiten sind aber auch immer ein Bild für die verschiedenen Lebensalter des Menschen. Im Leben des Menschen gibt es auch den Herbst, die erfüllte Lebenszeit, die Zeit, in der der alternde Mensch auf die reifen Früchte, die er im Leben gebracht hat, gelassen schauen kann. Wenn wir uns die Zeit nehmen, auf ältere, erfahrene Menschen zu hören, ihren Worten zu lauschen, dann begegnen wir oft dem, was wir Weisheit nennen. Die Weisheit ist eine Frucht der Lebenserfahrung und der Lebensreife. Es ist nicht Intelligenz oder Klugheit in bestimmten Dingen. Weisheit ist Wahrheit, die durch das Leben selbst, durch die Erfahrungen, die einzig das Leben schenkt, vermittelt werden kann.

Bei uns im Kloster ist es so, dass wir auf diese reifen Früchte der Erfahrung der älteren Mitbrüder nicht verzichten können, ja, wir können ohne sie gar nicht leben. Wir können unser geistliches Leben nur mit der Hilfe und den Ratschlägen derer bestehen, die es vor uns erfahren haben, die es gelebt und erlebt haben.

Dies gilt aber nicht nur im Kloster, sondern in allen Bereichen, wo Menschen miteinander leben und arbeiten. Es ist für jeden Menschen gut, wenn er Jemanden kennt, der ihm mit einem weisen Rat zur Seite steht. Wir wissen oft nicht, was wir tun oder lassen sollen, wohin wir gehen oder wo wir bleiben sollen. Suchen wir das Gespräch und den Rat derer, die das Leben kennen, weil sie es erfahren haben. Wir alle können viel voneinander lernen.

So wünsche ich allen einen „goldenen” Herbst und die Freude an den reifen Früchte des Lebens.
Gottes Segen,
P. Simeon