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Rund 2,3 Mrd. Christen feiern Weihnachten weltweit

Zu Weihnachten feiert die Kirche das Hochfest der Geburt Jesu Christi, von der die Bibel im “Weihnachtevangelium” im 2. Kapitel des Lukasevangeliums berichtet. Die zentrale Botschaft von Weihnachten ist die Menschwerdung Gottes: Gott offenbart sich im Kind in der Krippe, er wird Mensch in Jesus Christus. Dieses Geschehen kommt in der Bezeichnung “Weihnacht” zum Ausdruck, das soviel heißt wie heilige und geweihte Nacht.

Die “Menschwerdung” Gottes wird auch als “Fleischwerdung” oder “Inkarnation” bezeichnet und ist für den christlichen Glauben fundamental: Gott ist den Menschen ganz nahe gekommen in Jesus Christus, um mit ihnen alle Freuden und Leiden zu teilen. Er kam konkret geschichtlich in Bethlehem als Kind – klein und ohnmächtig. Darum gilt Weihnachten auch als Fest der Liebe, der Familie und des Friedens.

Mehr als 700 Millionen Christen in Europa und rund 2,3 Milliarden weltweit feiern am 24./25. Dezember und am 6./7. Jänner (Ostkirchen) das Fest der Geburt Christi. Katholiken, Anglikaner, Protestanten und die meisten Orthodoxen sind am 24. Dezember in dieser Feier vereint. Russen, Serben, Kopten, Äthiopier und Armenier feiern hingegen nach dem Julianischen Kalender erst am 6. Jänner.

Das Weihnachtsfest am Heiligen Abend – 24. Dezember – ist die nach altem kirchlichen Brauch übliche “Vor-Feier” (Vigil) eines Hochfestes. Der Tag nach Weihnachten – 26. Dezember – wird bei den Katholiken als Hochfest des Hl. Stephanus begangen. Auch die evangelisch-lutherische liturgische Agende sieht die Feier des Stefanitages am 26. Dezember vor. In der griechisch-orthodoxen Kirche wird der Stefanitag am 27. Dezember gefeiert. In der Evangelischen Landeskirche in Württemberg wird seit dem Jahr 2007 am Tag des Erz-Märtyrers der “Gebetstag für verfolgte Christen” begangen.

Das Fest der Geburt Christi löste im 4. Jahrhundert das am 25. Dezember gefeierte heidnische römische Sonnengottfest (“Sol Invictus”) ab. Auf den 25. Dezember hatte Julius Caesar bei seiner Kalenderreform den kürzesten Tag des Jahres (lateinisch bruma) festgelegt, den Tag der Wintersonnenwende. Da das Jahr des Julianischen Kalenders gegenüber dem astronomischen Jahr verschoben ist, kam es später zu einer Verlegung des Sonnwenddatums auf den 21. Dezember. Im heidnischen und später christlichen Festkalender hielt man sich aber an die Überlieferung. Daher blieb der 25. Dezember der Tag der Geburt des Sonnengottes.

Von Rom aus verbreitete sich das Weihnachtsfest in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts rasch nach Nordafrika, Oberitalien, Spanien und in den Orient. Es entwickelte sich bald zum beliebtesten christlichen Fest.

Die deutsche Bezeichnung “Weihnachten” ist erst seit dem 12. Jahrhundert belegt; die Zusammensetzung enthält das untergegangene mittelhochdeutsche Adjektiv “wich” mit der Bedeutung “heilig” und geht zurück auf die Zeitbestimmung “zewihen nahten”, was also “in den heiligen Nächten” bedeutet.